Kinners

„Also am Anfang steht ein intensives emotionales Bedürfnis sich zu vermehren. Das ist nicht mit Vernunft zu erklären. Man hat einfach das Gefühl, es muß sein. Und schon wenn das Kind im Bauch ist, ist man ihm hoffnungslos ausgeliefert vor lauter Liebe. Und diese Liebe ist so stark und wird immer größer, daß sie einen total ausfüllt und dem Leben trotz der damit verbundenen Strapazen einen neuen, besseren intensiveren Sinn gibt.


Auch wenn man jammert, tut man für sein Kind ALLES. Es macht Spaß dem Kind etwas beizubringen, Dinge näher zu bringen, es sich entwickeln und wachsen zu sehen. Es ist wunderschön, wenn Du es auf dem Arm hast und es sich an Dich kuschelt. Du könntest es im wahrsten Sinne des Wortes auffressen. Das Leben ist einfach durch das Kind bereichert, aber eben auch belasteter.

Man selber tritt in den Hintergrund, aber das hat bestimmt auch etwas Gutes. Aber wenn man sich für eine „Sache“ entschieden hat und es auch immer wieder tu würde, heißt das ja auch nicht, daß man nicht auch darüber stöhnen kann.“

„Und warum bist Du dann immer unzufrieden mit allem ?“

So ähnlich aufgeschnappt in der Bahn. In meinem Abteil 2 Frauen mittleren Alters, die sich über Kinder unterhielten. Ich war eingeschlafen und baute das auf absurde Weise in meinen Traum mit ein, einem Traum, der von diesem Zeitpunkt obigen Gespräches an von Zebras in einem Baumarkt handelte.

Ich trug eine Toga in Stars and Stripes Muster und war so etwas wie ein Wegweiser in diesem Traumbaumarkt, stand irgendwann in einer Schlange wartender Zebras an der Kasse, diese Kasse machte Geräusche wie blöde. Ständiges Klingeln im Kopf vermischt mit obigem Dialog. Nach und nach verließ ein Zebra nach dem anderen den Baumarkt mit Handwerkerbedarf unter den Armen(!) – aber die Warteschlange wurde nicht kleiner. Nach dem Aufwachen fühlte ich mich, als ob man auf meinen Genitalien ein silvester-eskes Bleigießen veranstaltet hätte.

Aber ich bin ja auch nur ein Mann. In Köln mußte ich dann aussteigen.

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5 Antworten zu “Kinners

  1. Du bist soweit aber mit deinem Therapeuten zufrieden?!?! :-/

  2. Auch Marcello Mastroianni ist mal während einer Zugfahrt eingeschlafen. Weiterführendes Bildwerk: „Die Stadt der Frauen“ (1980) von Federico Fellini.

    Werner.

  3. Neo, therapietechnisch alles im Griff. Schlaftechnisch, hm, weniger.

    Werner, ja, kenne ich sogar. Das war die gute, alte Zeit.

    *schneuz*

  4. Das Kinnersthema, wie es offensichtlich bei ziemlich vielen Leuten mittleren Alters mit Kinners die Gespräche über das Leben mit und ohne Kinners und überhaupt dominiert….
    Zebrabaumarktbahnträume sind eine sehr gute Antwort darauf. Nachdenklich macht mich das Blei und seine Wirkungsstätte.

  5. Alles nur geträumt – Gott sei Dank.

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