Koffeingedanken

Ein Koffeingedanke … hat mit Verdauung zu tun. Unbedingt, etwas zwingend vielleicht.

Sich einfach vorzustellen, vielleicht, wie sich Menschen, die wir aus der Werbung kennen, nach dem Genuss zu vieler koffeinhaltiger Getränke hilfesuchend nach einem stillen Ort sehnen, einem Ort, wie nur ich ihn besitze, den ich kontrolliere. Dem Ort, an dem man prima die Seele baumeln lassen kann, dem Ort, an dem schon manch gute Geschichte entstehen konnte.

Ich, so mit Teufelshörnern und einem Tellerchen voller Cent vor der Tür stehend, etwas erheiternd sagend: „Besetzt, der Chef, ihr versteht …?“ Schwenk von oben auf die Wartenden, die sich mit ihren Mocca-Tässchen in der Hand, zitternd, x-beinig gegenseitig anschauend, die freie Hand vor den Mund haltend entsetzt anschauen und ausrufen:“Der Chef! Scheisse!“ (Den Lieblingskollegen stelle ich mir komischerweise in einem Werder-Bremen Trikot vor, die Nummer kann ich nicht lesen, ist es eine Doppelnull?. Meine Sekretärin beißt auf ein Nietenarmband und schüttelt ihr Haupthaar.) Der Auszubildende wimmert.

Im Hintergrund ein Ton, der nach fernen Donnergrollen klingt, ist es letzten Endes aber nur der Chef, der durch eine Papprolle sein Lied flötet und diabolisch seine Ohren hängen läßt. Die Wartenden zucken zusammen.

Das war jetzt nur ein Auszug, Fremder.

Was ist mit der Brühe, die man uns in den Hallen der heiligen Arbeit versucht zu verkaufen?

Kaffeeautomaten,ein Genre für sich. Wer hat schon einen Espresso-Automaten auf dem Flur? Nicht jeder kann in der Werbung arbeiten.

Entsteht so, durch den permanenten Koffeinschub, soviel unverstandene Werbung?

Mich würde vor allen Dingen einmal interessieren, wie solche Slogans entstehen, was so etwas kostet, ob Sex dabei nur eine untergeordnete Rolle spielt u.s.w.

Mit „Wir machen den Weg frei“ gibt es spätestens beim nächsten Schufa-Stop den Kick von der Straße, ist doch eigentlich glatt gelogen und eine Fehlinvestition der kretinen Denkarbeit.

Die Vorurteile der Kaffeewerbung sind so pauschal gehalten, mein Gott, ich würde auch lieber Kaffee im entsprechendem Ambiente trinken gehen, mit ganz viel wenig Plastik. Bedient werden von züchtig eingekleideteten Aushilfskräften mit dahlmayerschem ‚Wie immer?“Ja, einmal ficken bitte!‘-Blick, Tassen aus Gold und so.

Aber das ist die Zeit heute. Ich muß meinen Kaffee ja nicht in diesen neumodischen Tempeln trinken gehen. Soll aber sehr lecker sein dort bei Starbucks, die haben wohl ein besonderes Verfahren zur Herstellung des braunen Schlabberwassers im Patentrucksack, mit Wasser direkt aus der Antarktis, so aus, na, sagen wir mal 5.000 Kilometer Tiefe. Außerdem ist der Verbrühungs-Renditefaktor dort nicht zu unterschätzen. In Amerika lag wohl eine Entschädigungssumme jenseits von 1.000 Fantastilliarden Dollar.

Also, wenn ein Starbucks in der Nähe ist: Einfach mal die Kaffeemaschinen erklären lassen.

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